Unternehmenstransaktion mit ToprakHe├čler

1. Einf├╝hrung

Unternehmenstransaktionen bzw. generell /mergers acquisitions (M&A) haben eine entscheidende Rolle f├╝r die wirtschaftliche Entwicklung. Um die Konkurrenzf├Ąhigkeit zu gew├Ąhrleisten, Innovationen zu entwickeln und zu erhalten, werden Unternehmen bzw. Unternehmensteile erworben oder ver├Ąu├čert, verschmolzen oder getrennt, kooperiert, Allianzen oder Joint Ventures geschlossen, Management Buy Outs (MBO) oder Management Buy Ins (MBI) vorgenommen und B├Ârseng├Ąnge oder Delistings (B├Ârsenr├╝ckzug) durchgef├╝hrt. Die Anw├Ąlte der Kanzlei ToprakHe├čler k├Ânnen hierbei die Durchf├╝hrung der passenden Ma├čnahmen vornehmen. Dar├╝ber hinaus ist die Au├čenwirkung von nicht zu untersch├Ątzender Faktor.

Unter Management Buy-Out versteht man, den Kauf des Unternehmens durch die bisherigen Manager. Von einem Management Buy-In spricht man, wenn bisher dem Unternehmen fremde Manager dieses oder die Anteile an dem Unternehmen erwerben.

Gerade im Rahmen des Management Buy-Out Verfahrens entstehen rechtliche Probleme, da die Manager in einen Loyalit├Ątskonflikt geraten. Die Manager, die das Unternehmen kennen, m├╝ssen Verhandlungen mit externen Dritten (z.B. Banken, Kunden, Lieferanten etc.) f├╝hren. Hier wird nicht nur die Arbeitskraft f├╝r die eigenen Interessen investiert. In der Regel wollen die Finanzierer auch Informationen ├╝ber das Unternehmen haben, wodurch die Manger bei Preisgabe von Informationen gegen die Geheimhaltungspflichten versto├čen k├Ânnten.

Die Komplexit├Ąt einer Unternehmenstransaktion kann das unternehmenseigene Management teilweise nicht absch├Ątzen bzw. aufgrund anderer Aufgaben (Abwicklungsarbeit) nicht nachkommen. Daher sind externe Berater als Fachleute zur Unterst├╝tzung dringend anzuraten. Auch die Rechtsprechung betont die Notwendigkeit der Einholung von sachverst├Ąndiger Beratung f├╝r die verantwortlichen Entscheidungstr├Ąger des Unternehmens, wonach die Entscheidungstr├Ąger zu einer umfangreichen und mit ├Ąu├čerster Sorgfalt zu f├╝hrende Pr├╝fung verpflichtet sind (LG Hannover 1977, BGH 1977).

2. Der Ablauf einer Transaktion

Im Falle der Ver├Ąu├čerung des Unternehmens wird der Verkaufspreis aufgrund einer Unternehmensbewertung ermittelt und anschlie├čend mit den notwendigen Mindestinformationen ein Informationsmemorandum erstellt. Mittels des Memorandums werden die potentiellen Kaufinteressenten angeschrieben. Um dem Geheimhaltungsinteresse des Verk├Ąufers entgegen zu kommen und die tats├Ąchlichen Interessenten herauszufiltern, wird von den potentiellen K├Ąufern die Unterzeichnung einer Geheimhaltungsvereinbarung in Form eines ÔÇ×Letter of IntentÔÇť verlangt. Der potentielle K├Ąufer wird verlangen (falls er noch keine verbindlichen Zusagen gemacht hat) jederzeit ohne Kosten aus dem Bietungsverfahren aussteigen zu k├Ânnen, wobei hier bereits eine Vereinbarung f├╝r die Ersetzung der bereits angefallenen Kosten getroffen werden kann (ÔÇ×Break-up-FeeÔÇť).

Nach dem die Kaufinteressenten ihre verbindlichen Angebote (Binding Offer) abgegeben haben, erhalten sie umfangreichere Informationen ├╝ber das zu ver├Ąu├černde Unternehmen. Hierf├╝r werden Regelungen f├╝r die Nutzung des Datenraums (Data Room) und dessen Inhalt (data room Index) getroffen, damit der Kaufinteressent eine sog. ÔÇ×Due DiligenceÔÇť, d.h. eine mit der erforderlichen Sorgfalt vorgenommene Pr├╝fung des Unternehmens, durchf├╝hren kann. Dadurch soll die Preisgabe von sensiblen Unternehmensdaten an Konkurrenten verhindert werden.

Nach dem sich der Verk├Ąufer f├╝r einen oder mehrere K├Ąufer entschieden hat, beginnen die Vertragsverhandlungen mit diesen.

Verkauft k├Ânnen sowohl alle Verm├Âgensgegenst├Ąnde des Unternehmens (Asset Deal), wobei wegen des Bestimmtheitsgrundsatzes alle Wirtschaftsg├╝ter und Verbindlichkeiten (bzw. die Bilanz und das Inventarverzeichnis) einzeln in den Vertrag aufgenommen werden m├╝ssen.

Andererseits k├Ânnen die Anteile am Unternehmen ver├Ąu├čert werden (Share Deal). Diese Form der Ver├Ąu├čerung stellt ein Rechtskauf dar. Das zu ver├Ąu├černde Unternehmen bleibt nach wie vor Inhaberin der Verm├Âgensgegenst├Ąnde, so dass Vertragsbeziehungen mit Dritten in der Regel mangels ├ťbertragungstatbestandes keiner Zustimmung bedarf. Lediglich der Anteilsinhaber hat sich gewechselt. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass das zu ver├Ąu├černde Unternehmen keine Vertr├Ąge abgeschlossen hat mit ÔÇ×Change of ControlÔÇť Klauseln abgeschlossen hat. Hiernach hat der Vertragspartner im Falle des Inhaberwechsels ein K├╝ndigungsrecht.

3. Wesentliche Schritte einer Transaktion

Der erste Schritt: Vor Beginn der Vertragsverhandlungen werden ├╝ber die grunds├Ątzlichen Punkte Regelungen getroffen. Diese Regelungen werden innerhalb von ÔÇ×Letter of IntentÔÇť oder ÔÇ×Memorandum of UnderstandingÔÇť festgehalten. Letter of Intent (LoI) wird definiert als die (unverbindliche) Absichtserkl├Ąrung des K├Ąufers (einseitig), mit dem Verk├Ąufer unter bestimmten Voraussetzungen einen in gewissen Modalit├Ąten skizzierten Vertrag schlie├čen zu wollen. Innerhalb von Memorandum of Understanding (MoU) werden die Eckpunkte des noch in Zukunft abzuschlie├čenden Vertrags festgehalten und stellt ein zweiseitiger Vertrag dar. Memorandum of Understanding unterliegt keiner rechtlichen Bindungen.

Der zweite Schritt: Vor Beginn bzw. w├Ąhrend der Vertragsverhandlungen wird der K├Ąufer eine sog. Due Diligence durchf├╝hren, um die rechtliche und wirtschaftliche Situation des zu ver├Ąu├černden Unternehmens mit der erforderlichen Sorgfalt ├╝berpr├╝fen zu k├Ânnen. Hierbei hat insbesondere der Verk├Ąufer darauf zu achten, welche Informationen er den potenziellen K├Ąufern zur Verf├╝gung stellen m├Âchte. Je weniger Informationen zur Verf├╝gung gestellt werden, desto h├Âher ist das Interesse des potenziellen K├Ąufers nach detaillierten Garantien im Kaufvertrag. Andererseits kann der potenzielle K├Ąufer die gewonnenen Informationen nutzen, um diese f├╝r sein Unternehmen zu verwerten.

Im Rahmen der Due Diligence werden gepr├╝ft:

Grunddaten des Unternehmens: Handelsregistereintr├Ąge, Managementstruktur, Gesellschafterliste, Stammkapital/Grundkapital, Verf├╝gungsbefugnisse, Beschl├╝sse der Gesellschafter-/Hauptversammlung usw.

Gesch├Ąftsvertr├Ąge: Kundenvertr├Ąge, Kreditvertr├Ąge, Lizenzvertr├Ąge, Leasing-/Mietvertr├Ąge, Versicherungen, Marken- und Patentrechte, beh├Ârdliche Genehmigungen usw.

Arbeitnehmerstruktur: K├╝ndigungsm├Âglichkeiten (sowohl von der Belegschaft als auch von den Gesch├Ąftsf├╝hrern/Vorst├Ąnden/Aufsichtsr├Ąten), Pensionsverpflichtungen, sonstige Vereinbarungen mit dem Betrieb.

Gesch├Ąftsverm├Âgen: Inventar, Immobilien, R├╝cklagen f├╝r Rechtsstreitigkeiten.

Das Ergebnis der ├ťberpr├╝fung wird in einem Report festgehalten. Der potenzielle K├Ąufer wird in der Regel den Vertrag unter Ausschluss des gesetzlichen Gew├Ąhrleistungssystems mit ein eigenst├Ąndiges Gew├Ąhrleistungs- und Haftungssystem vereinbaren.

Die Gesch├Ąftsf├╝hrer/Vorst├Ąnde der zu ver├Ąu├černden Gesellschaft m├╝ssen darauf achten, ob und wie viel Informationen ├╝ber die Gesellschaft an die potenziellen K├Ąufer mitteilen d├╝rfen, ┬ž 93 Abs. 1 Satz 3 AktG ÔÇô analog f├╝r den Gesch├Ąftsf├╝hrer. Vertrauliche Angaben sind Angelegenheiten, deren Mitteilung sich f├╝r die Gesellschaft nachteilig auswirken kann, selbst wenn sie allgemein bekannt und keine Geheimnisse sind. Geheimnisse der Gesellschaft sind Tatsachen mit Bezug zur Gesellschaft, die nur einem eng begrenzten Personenkreis bekannt, also nicht offenkundig sind, wenn sie nach dem bekundeten oder mutma├člichen Willen der Gesellschaft geheim zu halten sind und wenn an der Geheimhaltung ein objektiv zu bestimmendes, berechtigtes wirtschaftliches Interesse besteht. Die Gesch├Ąftsf├╝hrer/Vorst├Ąnde haben einen weiten unternehmerischen Spielraum bei der Zulassung der Due Diligence und damit einhergehende Informationspreisgabe, da die potenziellen K├Ąufer mit einer Aufkl├Ąrung ├╝ber auch vertrauliche Angaben rechnen d├╝rfen. Im Interesse der Gesellschaft ist folglich abzuw├Ągen, ob die vertrauliche Angaben weitergegeben werden oder eine Due Diligence nicht durchf├╝hren zu lassen und dadurch die Vertragsverhandlungen und den Abschluss des Kaufvertrages m├Âglicherweise gef├Ąhrden. Auch hierbei k├Ânnen neutrale Berater (z.B. Wirtschaftspr├╝fer) eingeschaltet werden, die eine Due Diligence durchf├╝hren und die potenziellen K├Ąufer lediglich ├╝ber das Ergebnis einer informieren.

Die ordnungsgem├Ą├če Vornahme der Due Diligence Pr├╝fungen ist besonders wichtig, um die ggf. das Insolvenzrisiko des Unternehmens vorauszusehen. Das Risiko des K├Ąufers kann hierbei erheblich sein. Beim Erwerb des Unternehmens haftet der Erwerber f├╝r alle im Betrieb des Gesch├Ąfts begr├╝ndeten Verbindlichkeiten des fr├╝heren Inhabers gem. ┬ž 25 HGB.

Auch die Haftung nach ┬ž 613a BGB (Betriebs├╝bergang) greift im Insolvenzer├Âffnungsverfahren. Der K├Ąufer haftet demnach f├╝r die r├╝ckst├Ąndigen Entgeltanspr├╝che von Arbeitgebern und Sozialversicherungsanspr├╝che.

Die Haftungsfreistellung des ┬ž 75 Abs. 2 AO greift auf den Unternehmenskauf im Insolvenzverfahren zugunsten des K├Ąufers. Au├čerhalb des Insolvenzverfahrens haftet der K├Ąufer gem. ┬ž 75 Abs. 1 Satz 2 AO beschr├Ąnkt auf das ├╝bernommene Verm├Âgen. Daher ist es ratsam, im Rahmen von Due Diligence Pr├╝fung bei dem zust├Ąndigen Finanzamt eine Auskunft ├╝ber die ausstehenden Steuern einzuholen (ggf. mit Zustimmung des Verk├Ąufers, ┬ž 30 Abs. 4 Nr. 3 AO.

Der dritte Schritt: In dem letzten Schritt wird der endg├╝ltige Kaufvertrag unterzeichnet. Dennoch ist das Unternehmen noch nicht ├╝bergegangen. Die Unterzeichnung des Vertrages l├Ąsst lediglich Pflichten und Rechte f├╝r beide Parteien aufleben. Die dingliche ├ťbereignung muss noch geschehen. Hierf├╝r k├Ânnen bestimmte Bedingungen gekn├╝pft werden, sog. ÔÇ×Closing ConditionsÔÇť. Mit dem Closing geht das Unternehmen endg├╝ltig auf den K├Ąufer ├╝ber. Bei der ├ťbertragung der GmbH Anteile ist die notarielle Beurkundung Pflicht, ┬ž 15 Abs. 3, Abs. 4 GmbHG.

4. Wesentliche Vertragsinhalte

Der nachfolgend dargestellte Vertragsinhalt variiert im Einzelfall und ist der jeweiligen Transaktion abh├Ąngig.

Im Rubrum werden die Vertragsparteien bezeichnet.

In der Pr├Ąambel wird der wesentliche Zweck der Vereinbarung und Ziel der Transaktion festgehalten. Die Pr├Ąambel dient in Streitigkeiten als Auslegungshilfe, um das von den Vertragsparteien Gewollte zu erkennen.

Der Vertragsgegenstand fasst entweder alle Wirtschaftsg├╝ter des Unternehmens im Rahmen von Asset Deal oder die Gesellschaftsanteile im Rahmen von Share Deal zusammen.

Der Kaufpreis, die auch in Form von Aktien m├Âglich ist. Die Zahlungsmodalit├Ąten, ggf. ÔÇ×Earn OutÔÇť Regelung (Teil des Kaufpreises wird zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt erfolgsabh├Ąngig gezahlt).

Closing (Vollzug), demnach die endg├╝ltige ├ťbertragung der Wirtschaftsg├╝ter bzw. der Gesch├Ąftsanteile. Hierbei wird geregelt, wann der Vollzug stattfinden soll, unter welchen Voraussetzungen der Vollzug stattfinden soll und ob Vollzugshindernisse geregelt werden soll (R├╝cktrittsrecht).

Eine Garantievereinbarung, die ein eigenst├Ąndiges Gew├Ąhrleistungs- und Haftungssystem unter Ausschluss der gesetzlichen Gew├Ąhrleistungsanspr├╝che festlegt. Hierf├╝r kann eine sog. Waranty-and-Indemnity-Insurance (W&I Versicherung) abgeschlossen werden, um Sch├Ąden aus der Verletzung der Garantie abzusichern. Geregelt wird daneben die Verj├Ąhrung der Garantieanspr├╝che des K├Ąufers.

Verhaltenspflichten des Verk├Ąufers bis zum Closing (Vollzug), wonach der Verk├Ąufer das Unternehmen mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns f├╝hren muss und alle ungew├Âhnlichen Gesch├Ąfte erst mit der Zustimmung des K├Ąufers vornehmen darf, damit das Unternehmen und im Ergebnis der Vollzug des Vertrages nicht gef├Ąhrdet wird.

Verhaltenspflichten nach dem Closing, wonach der Verk├Ąufer ggf. verpflichtet ist, Wettbewerbshandlungen (dazu ist die Aufnahme einer Wettbewerbsklausel notwendig) und Abwerben von Personal und Kunden zu unterlassen. Bei Versto├č gegen diese Verhaltenspflichten kann der K├Ąufer Schadensersatzanspr├╝che vereinbaren.

Geheimhaltungsvereinbarungen gegen├╝ber der ├ľffentlichkeit oder Presseerkl├Ąrungen. 

Regelungen ├╝ber die Kostentragung (Beraterkosten, Notarkosten, Verkehrssteuer etc.).

Schlussbestimmungen, z.B. ├╝ber die Geltung der Rechtsordnungen eines Landes, Schiedsvereinbarungen usw.

Unterschriften.

Eine typische Organisation f├╝r die Unternehmenstransaktion sieht wie folgt aus:

Unternehmensbewertung

Im Rahmen der Unternehmensbewertung gibt es verschiedene Ans├Ątze, wie der Wert des Unternehmens zu bestimmen ist. Wenn ein Unternehmen ver├Ąu├čert werden soll, ist zun├Ąchst zu entscheiden, f├╝r welchen Zweck die Bewertung erfolgen soll. Die Bewertung im Rahmen einer Unternehmensnachfolge f├Ąllt anders aus als die Unternehmensbewertung im Rahmen eines Verkaufs. Auch innerhalb des Unternehmensverkaufsvorgangs kann es zu divergierenden Bewertungsans├Ątze kommen (z.B. Ermittelt der Ver├Ąu├čerer den Wert des Unternehmens bei unver├Ąnderter Fortf├╝hrung des Unternehmens. Dieser Unternehmenswert w├Ąre f├╝r den Erwerber fehlerhaft, falls er das Unternehmen nicht unver├Ąndert fortf├╝hren m├Âchte).

In der Praxis haben sich drei methodische Grundlagen f├╝r die Bewertung eines Unternehmens durchgesetzt: Gesamtbewertungsverfahren und Einzelbewertungsverfahren.

1. Gesamtbewertungsverfahren

Innerhalb des g├Ąngigen Gesamtbewertungsverfahrens wird das Unternehmen wiederum mit der Ertragswertmethode oder Discounted Cash Flow Methode bewertet.

Ertragswertmethode: Nach dieser Methode wird der Wert des Unternehmens anhand der zuk├╝nftigen ├ťbersch├╝sse (Aufwendungen und Ertr├Ąge) bestimmt. Nach dieser Methode werden die Betriebsergebnisse der letzten Jahre des laufenden Gesch├Ąftsjahres sowie die zuk├╝nftigen Planzahlen (inkl. der Steuerzahlungen) in ansatzgebracht. Hierbei werden die Anlageinteressen des K├Ąufers ber├╝cksichtigt.

Discounted Cash Flow Methode: Diese Methode gleicht zwar der Ertragswertmethode, jedoch wird hierbei auf die Kapitalisierung von Zahlungsmittel├╝bersch├╝ssen, also dem Cash-Flow abgestellt. Der Cash-Flow kann ├╝ber die Gewinn- und Verlustrechnung abgelesen werden und kann so die Finanzkraft des Unternehmens darstellen. Innerhalb dieser Methode wird die Berechnung i.d.R. nach dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital) vorgenommen.

2. Einzelbewertungsverfahren

Innerhalb des Einzelbewertungsverfahrens wir der Unternehmenswert aufgrund der zu einem Stichtag vorhandenen Verm├Âgensgegenst├Ąnde bestimmt, wobei auch diese Methode unterteilt ist in Substanzwertverfahren und Liquidationswertverfahren.

Substanzwertverfahren: Diese Methode ermittelt das Ergebnis der Verm├Âgensgegenst├Ąnde abz├╝glich der Schulden. Der Substanzwert wird daher auch als Rekonstruktionswert bezeichnet, da hier die Aufwendung von Investitionen f├╝r den hypothetischen Aufbau eines vollkommen identischen Unternehmens zugrunde gelegt werden. Eine Prognose der zuk├╝nftigen Unternehmensentwicklung ist nicht notwendig.

Liquidationswertverfahren: Nach dieser Methode wird die Zerschlagung des Unternehmens und der daraus entstehende Ver├Ąu├čerungserl├Âs der Verm├Âgensgegenst├Ąnde des Unternehmens zugrunde gelegt. Die Summe der Ver├Ąu├čerungserl├Âse inkl. immaterieller Verm├Âgensgegenst├Ąnde abz├╝glich der Ver├Ąu├čerungskosten und Schulden des Unternehmens ergibt den Liquidationswert.

Arbeitsrecht

F├╝r Unternehmenstransaktionen ist das Arbeitsrecht von wichtiger Bedeutung. Hierbei spielt nicht nur die Norm des ┬ž 613 a BGB f├╝r Unternehmensk├Ąufe eine Rolle. Bei Betriebs├╝berg├Ąngen kann der ├ťbernehmer durch Fusionsma├čnahmen hohe Lohnkosten des zu ├╝bernehmenden Betriebes (Tarifvertragsabh├Ąngig) sparen.

F├╝r die Norm ┬ž 613 a BGB ist es von erheblicher Bedeutung, ob der Erwerber des Zielunternehmens im Wege von Asset Deal (├ťbertragung aller Verm├Âgensgegenst├Ąnde und Verbindlichkeiten) oder Share Deal (Erwerb der Anteile des Unternehmens) vollzogen wird.

┬ž 613 a BGB kommt beim Erwerb des Zielunternehmens in Wege von Share Deal nicht zur Anwendung, da sich der Arbeitgeber durch die Anteils├╝bertragung nicht ver├Ąndert. Demzufolge hat der Erwerber auch kein Widerspruch des Arbeitnehmers (┬ž 613 a Abs. 6 BGB) zu bef├╝rchten.

Beim Asset Deal hingegen wird der Betrieb oder ein Betriebsteil verkauft, wodurch die Voraussetzungen des ┬ž 613 a BGB erf├╝llt werden. Hierbei sollten die Folgen dieser Ma├čnahme sowohl dem Erwerber als auch dem Ver├Ąu├čerer bekannt sein. Das Arbeitsverh├Ąltnis zwischen dem Ver├Ąu├čerer und den widersprechenden Arbeitnehmer bleibt bestehen.

FAQ

Welche Pr├╝fungen sind im Vorfeld von Transaktionen vorzunehmen?

Im Vorfeld sollten die Beteiligte ├╝berpr├╝fen, ob sich der Unternehmenserwerb f├╝r das unternehmerische Ziel lohnt. Hierbei sind neben den Kosten auch die Wettbewerbssituation zu beachten. Aber auch durch Aufnahme von strategischen Partnern als Gesellschafter und die Erh├Âhung des Eigenkapitals (private equity) kann eine Ma├čnahme darstellen, die den Verkauf des Unternehmens nicht mehr notwendig machen.

Gerade im Mittelstand steht der Fokus auf Wachstum. Hierf├╝r gibt es f├╝r verschiedene Branchen alternative L├Âsungen.

Die Gesamtkosten des Erwerbs (neben dem Kaufpreis, Restrukturierungskosten und Beraterkosten) und dessen Finanzierung. Um einen angemessenen Preis f├╝r die ├ťbernahme best├Ątigt zu bekommen, sollte das Management des Erwerbers ein fairness opinion, also die Stellungnahme eines unabh├Ąngigen Gutachters, einholen.

Die Folgen f├╝r die Arbeitnehmer der beteiligten Gesellschaften. Insbesondere die Mitbestimmungen besonderer Gremien wie z.B. der Betriebsrat bzw. dessen Neubildung bei ├ťberschreitung bestimmter Arbeitnehmeranzahl.

Die Folgen f├╝r das Management, demnach Aufhebungsvereinbarungen/Errichtung oder Neuverhandlungen mit den Gesch├Ąftsf├╝hrern/Vorst├Ąnde/Aufsichtsr├Ąte etc.

Das Vorliegen aller notwendigen rechtlichen (insbesondere Beschluss durch die Gesellschafterversammlung/Hauptversammlung) und beh├Ârdlichen Genehmigungen (insbesondere nationale oder europ├Ąische Kartellbeh├Ârde) bzw. die Einhaltung der dazu vorgegebenen Fristen.

Nicht zu untersch├Ątzen ist die Sicherstellung der Transaktion nach erfolgtem Vertragsschluss, um ggf. m├Âgliche Gesetzes├Ąnderungen (insbesondere im Steuerrecht) und damit verbundene m├Âgliche Nachteile zuvorzukommen.

Unterliegt die Transaktion der Fusionskontrolle? bzw. ist hierf├╝r die durch die EU-Kommission oder die nationale Kartellbeh├Ârde f├╝r die ├ťberpr├╝fung des Zusammenschlusses zust├Ąndig? Es gilt gem. ┬ž 39 Abs. 1 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschr├Ąnkungen (GWB) eine generelle pr├Ąventive Kontrolle der Zusammenschl├╝sse. Die Vorschriften der Fusionskontrolle gelten dann nicht, soweit sich eine Gesellschaft, die nicht abh├Ąngig ist und im letzten Gesch├Ąftsjahr weltweit Umsatzerl├Âse von weniger als 10 Mio. Euro erzielt hat, mit einer anderen Gesellschaft zusammenschlie├čt, ┬ž 35 Abs. 2 GWB.

Wie l├Ąuft die Beratung ab, was kann ich erwarten?

Zun├Ąchst wird mit dem Auftraggeber oder seinen Vertreter ein Beratungsgespr├Ąch ├╝ber die Vorstellung der Transaktion und die Interessen gef├╝hrt.

Anschlie├čend wird die Gesellschaft aufgesucht und in Augenschein genommen, um einen ersten ├ťberblick ├╝ber die Mitarbeiter, Wirtschaftsg├╝ter, Standort etc. zu erhalten.

Die Beratungskosten werden individuell ausgehandelt.

In der Regel werden die Kosten von dem Auftraggeber ├╝bernommen, sollte jedoch eine Einigung zwischen den Parteien stattfinden und die Unternehmenstransaktion durch eine Kanzlei insgesamt abgewickelt werden soll, so k├Ânnen die Kosten auch geteilt werden. 

Durch Kooperationen erweitern wir unsere Kompetenzen neben der Rechtsberatung auch auf Steuerberatung und Wirtschaftspr├╝fung. Dennoch bleiben wir Ihre Ansprechpartner.